Rentenpolitik, bAV, Altersvorsorge
Alexander Siegmund spricht im FOCUS über ein System, das gut gemeint ist und in der Praxis zu oft an seiner eigenen Konstruktion scheitert.
Dabei sind drei Beobachtungen zentral:
– Warum haften Arbeitgeber für Versorgungszusagen, obwohl das Gesetz an entscheidenden Stellen bewusst unklar bleibt?
– Warum wird die Doppelverbeitragung von Betriebsrenten seit Jahren diskutiert – ohne dass sich strukturell etwas ändert?
– Und warum bleibt Auto-Enrolment in Deutschland auf Großunternehmen beschränkt, während der Mittelstand außen vor bleibt?
Es gibt Handlungsbedarf beim Rentensystem. Ein höheres Renteneintrittsalter ist eine von mehreren Stellschrauben. Aber sie wirkt nicht allein, und sie wirkt nicht bei allen.
Die bAV ist kein gescheitertes System, sondern wurde jahrelang falsch gespielt.
Wer Altersvorsorge ernst meint, muss die Strukturen modernisieren – rechtlich, steuerlich und kulturell.
Der Staat: schafft klare, zeitgemäße Rahmenbedingungen.
Die Versicherer: passen ihre Kalkulationen an die Realität an.
Die Unternehmen: brauchen einfache, faire Wege zur Umsetzung.
Denn die Altersvorsorge von morgen entsteht nicht im Prospekt, sondern im Zusammenspiel von Gesetz, Arbeitgeberverantwortung und echtem Versorgungsgedanken.
In der aktuellen Episode des VertriebsFunk-Podcasts spricht Christopher Funk mit Alexander Siegmund, Geschäftsführer der KPM Pensions & Benefits GmbH und Experte für betriebliche Altersvorsorge (bAV). Gemeinsam beleuchten sie Chancen und Risiken der bAV – und zeigen, wie Arbeitnehmer und Arbeitgeber von einer durchdachten Altersvorsorgestrategie profitieren können.
Die betriebliche Altersversorgung (bAV) stellt in vielen Bereichen eine Herausforderung dar – sowohl politisch als auch in der täglichen Beratungspraxis. Doch wo sehen Makler aktuell die größten Hürden?
Die aktuelle AssCompact AWARD Studie zur bAV liefert spannende Antworten.
Denn während die bAV in den letzten Jahren eher stagnierte, zeigt sich nun ein neues Bild: Laut Alexander Siegmund von KPM Pensions & Benefits ist das Modell an sich nicht gescheitert, sondern wurde „nur falsch gespielt“.
Die neue Bundesregierung unter Arbeitsministerin Bärbel Bas hat ihre Pläne zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) vorgestellt. Dazu gehören eine vereinfachte Geringverdienerförderung, digitale Umsetzungshilfen für KMU sowie das politische Versprechen eines Bürokratieabbaus. Parallel soll mit der Aktivrente ein steuerfreier Hinzuverdienst von bis zu 2.000 Euro monatlich für arbeitende Rentner ab 2026 eingeführt werden.
Die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) stagniert: Laut BMAS besitzen Ende 2023 nur rund 52 %der Beschäftigten bAV-Ansprüche. Gleichzeitig liegt die durchschnittliche Betriebsrente mit ca. 100 € pro Monatdeutlich zu niedrig. Aus Sicht vieler Arbeitgeber braucht es mehr Berechenbarkeit und weniger Bürokratie, um bAV als Benefit im „War for Talents“ wirkungsvoller einzusetzen.
Die aktuelle politische Konstellation bietet eine stabile Basis für notwendige Reformen. Eine umfassende Rentenreform sollte die langfristige Finanzierbarkeit sicherstellen und zugleich die Generationengerechtigkeit aufgrund der demografischen Entwicklungen wahren. Dies erfordert mutige Entscheidungen und parteiübergreifenden Konsens.
Das Bundeskabinett hat den Entwurf des Zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG II) beschlossen. Der Inhalt liegt irgendwo zwischen Fortschritt und erneut vertaner Chance, meint Alexander Siegmund, Geschäftsführer der KPM Pensions & Benefits GmbH. Doch wie kann eine nachhaltige bAV aussehen und was muss dafür getan werden?
Die betriebliche Altersversorgung (bAV) gilt seit Jahrzehnten als stabile zweite Säule des deutschen Rentensystems. Doch klassische Modelle stoßen zunehmend an ihre Grenzen.
Die Herausforderungen rund um die Altersvorsorge nehmen stetig zu. Dabei konzentriert sich die Aufmerksamkeit häufig auf die gesetzliche Rentenversicherung, obwohl sie allein nicht ausreicht, um den Lebensstandard im Alter zu sichern.
Obwohl die betriebliche Altersversorgung (bAV) als unverzichtbare Säule der Altersvorsorge gilt, steckt einer ihrer wichtigsten Durchführungswege – die Unterstützungskasse – noch immer in der Vergangenheit fest. Veraltet, bürokratisch und realitätsfern: Die Politik ignoriert das Potenzial dieser Institution – und verspielt damit Chancen für den Mittelstand und die Altersvorsorge insgesamt.

